EPICUR-Realisierungskonzept (Kurzbeschreibung)

Strategische Aktionslinien

Stabile Referenzen auf digitale Objekte können nur überregional sicher erzeugt werden, wenn ein normiertes, persistentes Adressierungsschema wie das der Uniform Resource Names (URNs) verwendet wird, damit URLs abgelöst werden können. Ausgangspunkt für alle weiteren Aktivitäten im Rahmen des EPICUR-Projektes bildet deshalb die Vision:

Die Dauerhaftigkeit eines solchen Adressierungsschemas kann nur sichergestellt werden, wenn es standardisiert, institutionell unterstützt und weiterentwickelt wird. Eine Anwendung nur im lokalen Kontext wird diesen Anforderungen nicht gerecht. Ausgehend von diesen Überlegungen haben sich folgende strategische Aktionslinien für dieses Projekt herauskristallisiert:

Realisierung

Etablierung von Persistent Identifiers als Standardnummern

Damit URNs in nationalen und internationalen Nachweissystemen wie z.B. Bibliografien, Katalogen und Suchmaschinen sicher nachgewiesen sowie über bibliografische Austauschformate transportiert werden können, ist eine Standardisierung bzgl. der Leistungsbeschreibung, Syntax, (bibliografische) Erfassung von URNs notwendig. Es existieren mehrere Bereiche, in denen ein Handlungsbedarf besteht. Im EPICUR wird angestrebt, diese Entwicklung aktiv zu beeinflussen. Dies erfolgt kontinuierlich während der gesamten Projektlaufzeit.

Ausweitung der URN-Vergabe

Die Deutsche Nationalbibliothek verfolgt im Rahmen des EPICUR-Projektes das Ziel, die Basis für kooperativ anwendbare Konventionen zur URN-Verwaltung und -Auflösung zu schaffen, damit die Vorteile von URNs als Standard konsequent genutzt werden können wie z. B. als Referenzen, Suchkriterium oder Zugriffsmechanismus auf das Objekt. Zusätzlich sollen Qualitätsmerkmale für die Anwendung von URNs aus dem Namensraum "nbn:de" ("National Bibliography Number" für Deutschland) spezifiziert werden.
Seit Dezember 2003 existiert einer ersten Version der "URN-Strategie Der Deutschen Bibliothek".

Komplexere Konfigurierbarkeit des URN-Resolvers

Im Rahmen des Projektes CARMEN-AP4 wurde ein prototypischer URN-Resolver mit einer Basisfunktionalität entwickelt, der für den Einsatz in einem produktiven Umfeld zu unspezifisch ist. Im EPICUR-Projekt ist die Erweiterung des URN-Resolvers um weitere Dienstleistungen geplant. Zusätzlich sollen Fehlermeldungen konkretisiert werden. Die Spezifikationen sollen international, insbesondere mit Nationalbibliotheken abgestimmt werden. Die Diskussion ist für das erste Quartal 2004 geplant.

Skalierbarkeit und technische Hochverfügbarkeit des Dienstes

Der Anspruch, mit URNs den dauerhaften Zugriff auf das Objekt sicherzustellen, kann nur sicher gewärleistet werden, wenn die technische Basis des Dienstes hochverfügbar ist. Dies wird wie folgt umgesetzt:

Technische Weiterentwicklung des Prototypen

Die technische Weiterentwicklung beinhaltet zwei Bereiche:

Gegenwärtig (Stand: November 2003) wird eine weiterentwickelte Version des Prototypen mit Sybase getestet.


02.01.2008