Adressierung im Internet und Leistungsgrenzen standortgebundener Verweise

Adressierung im Internet

Der primäre Adressierungsmechanismus im Internet basiert auf der Anwendung einer speziellen Art von Querverweisen zur Navigation im World Wide Web (WWW), den Hyperlinks. Diese sind ein wesentlicher Bestandteil von Markup-Sprachen, welche die logische und physikalische Struktur eines Dokumentes beschreiben. Beispiele sind Hypertext Markup Language (HTML) oder der Dokumentbeschreibungsstandard eXtensible Markup Language (XML) des World Wide Web Consortiums (W3C).

Ein Hyperlink wird z.B. nach der HTML-Spezifikation-4.0.1 als eine Verbindung zwischen zwei Ressourcen mit einem Anfangspunkt und einem Ziel definiert. Zur Beschreibung des Zieles eines Hyperlinks ist die Angabe einer weltweit eindeutigen Adresse erforderlich. Dazu wird gegenwärtig überwiegend der Uniform Resource Locator (URL) genutzt, durch den der Standort des Dokumentes festgelegt ist.

Hypertexte verlieren jedoch ihre Konsistenz und die Funktionalität der Navigation, wenn die Verweise nicht stabil sind. Die Ursache ist die Bindung des Verweises an den Standort der Ressource.

Alternative Ansätze, in Hypertextsystemen die Link-Zielpunkte von der direkten Referenz auf den Standort der Ressource zu trennen und damit eine standortunabhängige Adressierung zu ermöglichen, wurden bereits in der Vergangenheit entwickelt. Exemplarisch sei auf den ISO-Standard HyTime - Hypermedia/Time-based Structuring Language verwiesen. Jedoch haben diese keine Breitenwirkung erzielt.

Assoziierte XML-Standards zur Verlinkung von Ressourcen wie z.B. XML Linking Language (XLink) oder HLink - Link recognition for the XHTML Family W3C erweitern den semantischen Verweis- und Funktionsumfang von HTML-Links. Diese beinhalten ebenfalls Ansätze zur standortunabhänigigen Adressierung. Sie sind jedoch anwendungsabhängig und verfügen über keinen Mechanismus, der eine vollständige standortunabhängige Adressierung erlaubt.

Zeitliche Stabilität standortgebundener Verweise - angewendete Methoden und deren Leistungsgrenzen

Methoden

Damit die Nachteile von standortgebundenen Verweisen kompensiert werden können, existieren verschiedene Methoden, um eine zeitliche Stabilität der Verweise zu gewährleisten wie z.B. durch

Leistungsgrenzen

Die beschriebenen Methoden bieten jedoch nur für bestimmte Situationen kurz- bis mittelfristig eine Lösung.

Ein zuverlässiges, dauerhaftes Referenzieren von digitalen Inhalten ist durch standortgebundene Verweise nicht möglich. Es müssen deshalb standortunabhängige Identifizierungs- und Adressierungsmechanismen angewendet werden. Um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, ist langfristig eine institutionelle Unterstützung, eingebettet in eine internationale Infrastruktur erforderlich.


02.01.2008